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„[Denim] festigt seine Position auf dem Markt“, sagte Manon Mangin, Leiterin der Modeabteilung bei Denim Première Vision.
Obwohl die Denim-Industrie wieder zu ihrer besten Form zurückgefunden hat, achtet sie auch darauf, nicht alles auf eine Karte zu setzen, wie es vor zehn Jahren der Fall war, als die meisten Branchen vom Verkauf von super dehnbaren Skinny-Jeans abhängig waren, um über die Runden zu kommen.
Auf der Denim Première Vision in Mailand am Mittwoch – der ersten Präsenzveranstaltung seit fast zwei Jahren – skizzierte Mangin drei zentrale Themen, die die Denim-Stoff- und Bekleidungsindustrie erfasst haben.
Mangin erklärte, dass Frühjahr und Sommer 2023 einen Wendepunkt für die Denim-Industrie markierten, an dem neue Hybridkonzepte und unerwartete Varianten entstehen würden. Die überraschende Kombination von Textilien und deren ungewöhnliches Verhalten ermögliche es dem Stoff, seine ursprünglichen Eigenschaften zu übertreffen. Sie fügte hinzu, dass der Fokus in dieser Saison auf dem Tragegefühl liege, wenn Textilfabriken Stoffe durch haptische Dichte, Weichheit und Fließfähigkeit verbessern.
In der Kategorie Urban Denim werden die Stilelemente praktischer Arbeitskleidung in strapazierfähige Alltagsmode verwandelt.
Hier kommt die Hanfmischung zum Tragen, was unter anderem an der Festigkeit der Faser liegt. Mangin erklärte, dass der klassische Denimstoff aus Bio-Baumwolle und die robuste 3x1-Webart den Kundenwunsch nach funktionaler Mode erfüllen. Aufwendige Webmuster und Jacquard-Webtechniken mit dichten Garnen steigern die Haptik. Jacken mit mehreren aufgesetzten Taschen und Ziernähten seien die Key-Pieces dieser Saison, aber nicht so robust wie Hosen. Die wasserabweisende Ausrüstung unterstreicht den urbanen Look.
Urban Denim bietet zudem eine modischere Art, Denim zu dekonstruieren. Jeans mit strategischer Schnittführung betonen die Schnittmustererstellung im Rahmen der Schneiderei. Nachhaltige Patchwork-Arbeiten – ob aus Stoffresten oder neuen Stoffen aus Recyclingfasern – wirken klar und können harmonische Farbkombinationen ergeben.
Generell steht Nachhaltigkeit im Mittelpunkt moderner Themen. Denim, hergestellt aus recycelter Baumwolle, Leinen, Hanf, Tencel und Bio-Baumwolle und kombiniert mit energie- und wassersparenden Veredelungstechnologien, ist mittlerweile Standard. Immer mehr Stoffe bestehen jedoch nur noch aus einer einzigen Faserart, was zeigt, wie Fabriken den Recyclingprozess am Ende der Lebensdauer eines Kleidungsstücks vereinfachen können.
Das zweite Thema der Denim Première Vision, Denim Offshoots, entspringt dem starken Bedürfnis der Konsumenten nach Komfort. Mangin erklärte, das Thema stehe für „Entspannung, Freiheit und Unabhängigkeit“ in der Mode und sei eine Hommage an Sportswear.
Die steigende Nachfrage nach Komfort und Wohlbefinden veranlasst die Fabriken, die Vielfalt an Strickdenim zu erweitern. Zu den bequemen Strickdenim-Artikeln für Frühjahr/Sommer 2023 gehören Sportbekleidung, Jogginghosen und -shorts sowie elegante Anzugjacken.
Die Rückbesinnung auf die Natur hat sich zu einem beliebten Hobby entwickelt, und dieser Trend prägt die Mode auf vielfältige Weise. Stoffe mit aquatischem Muster und wellenförmiger Oberfläche verleihen Denim eine beruhigende Wirkung. Mineralische Effekte und natürliche Farbstoffe tragen zur Basiskollektion bei. Der dezente florale Laserdruck scheint mit der Zeit verblasst zu sein. Mangin erklärte, dass retro-inspirierte Muster besonders für Denim-basierte „Urban Bras“ oder Korsetts wichtig seien.
Denim im Spa-Stil soll das Tragegefühl von Jeans verbessern. Sie erklärte, dass die Viskosemischung dem Stoff ein samtweiches Hautgefühl verleiht und atmungsaktive Bademäntel sowie Kimono-Jacken aus Lyocell- und Modal-Mischgewebe zu den Hauptprodukten dieser Saison werden.
Der dritte Trend, Enhanced Denim, deckt alle Stufen der Fantasie ab, von exquisitem Glanz bis hin zu „absolutem Luxus“.
Grafische Jacquardmuster mit organischen und abstrakten Designs sind sehr beliebt. Sie erklärte, dass der Farbton, der Camouflage-Effekt und das lose Garn dem 100%igen Baumwollstoff an der Oberfläche ein voluminöses Aussehen verleihen. Der gleichfarbige Organza am Bund und an der Gesäßtasche sorgt für einen dezenten Glanz des Denims. Andere Modelle, wie Korsetts und Hemden mit Organzaeinsätzen an den Ärmeln, lassen etwas Haut durchblitzen. „Es verkörpert den Geist der individuellen Gestaltung“, fügte Mangin hinzu.
Der grassierende Millennium-Trend beeinflusst die Attraktivität der Generation Z und junger Konsumenten. Ultrafeminine Details – von Pailletten, herzförmigen Kristallen und glänzenden Stoffen bis hin zu kräftigem Pink und Animalprints – sind für diese Zielgruppe besonders geeignet. Laut Mangin liegt der Schlüssel darin, Accessoires und Dekorationen zu finden, die sich leicht zum Recycling zerlegen lassen.


Veröffentlichungsdatum: 15. Oktober 2021