Ich habe vor einem Jahr an einer Konferenz teilgenommen; sie hatte nichts mit Mode zu tun, aber der Hauptredner sprach über formelle Hemden. Er meinte, weiße Hemden stünden für altmodische Autorität (ich erinnere mich, dass er es so formuliert hat). Das sehe ich auch so, aber er sprach auch über farbige und gestreifte Hemden und die Menschen, die sie tragen. Ich erinnere mich nicht mehr, was er über die unterschiedlichen Generationen gesagt hat. Können Sie mir dazu vielleicht etwas sagen?
Die KI stimmt zu, dass formelle Herrenhemden viel über den Träger aussagen. Nicht nur die Farbe, sondern auch Muster, Stoff, Schnitt, Kragen und Kleidungsstil spielen eine Rolle. Diese Elemente wirken zusammen, um eine Aussage über den Träger zu treffen, und sollten zum jeweiligen Umfeld passen. Ich erkläre das im Detail für jede Kategorie:
Farbe – In fast allen Fällen ist Weiß die konservativste Farbwahl. Damit kann man nie etwas falsch machen. Deshalb vermitteln weiße Hemden oft einen Hauch von altmodischer Autorität. Danach folgt das vielseitige blaue Hemd; hier hat sich jedoch einiges verändert. Hellblau steht für den dezenten Klassiker, ebenso wie viele mittlere Blautöne. Dunkelblau wirkt legerer und eignet sich meist besser für Freizeitkleidung.
Noch immer gelten schlichte weiße oder elfenbeinfarbene Hemden (sowie Hemden mit schmalen blau-weißen Streifen) als eher konservativ. In der Etikette finden sich außerdem Hellrosa, Zartgelb und das neu in Mode gekommene Lavendel. Dennoch sieht man ältere, konservative Männer nur selten in violetter Kleidung.
Jüngere, modebewusste und leger gekleidete Menschen erweitern gerne ihre Farbpalette, indem sie Hemden in verschiedenen Farben tragen. Dunklere und hellere Hemden wirken weniger elegant. Neutrale Hemden in Grau, Beige und Khaki vermitteln ein Gefühl von Unscheinbarkeit und sollten besser nicht zu modischer Business- oder Freizeitkleidung getragen werden.
Gemusterte Hemden wirken legerer als einfarbige. Unter den Hemdenmustern sind Streifen am beliebtesten. Je schmaler die Streifen, desto eleganter und traditioneller wirkt das Hemd. Breitere und kräftigere Streifen hingegen machen das Hemd legerer (zum Beispiel auffällige Bengalstreifen). Neben Streifen zählen auch Tattersall-, Fischgrät- und Karomuster zu den attraktiven Hemdenmustern. Muster wie Punkte, große Karos, Karos und Hawaii-Blumen eignen sich hingegen nur für Sweatshirts. Sie wirken zu auffällig und sind als Anzughemd unpassend.
Stoff – Das Hemd besteht aus 100 % Baumwolle. Je deutlicher die Stoffstruktur sichtbar ist, desto legerer wirkt das Hemd in der Regel. Die Auswahl an Hemdstoffen und -strukturen reicht von edelsten Materialien wie glattem, weitgewebtem Stoff und feinem Oxford-Gewebe über weniger formelle Stoffe wie Standard-Oxford-Gewebe und End-to-End-Webware bis hin zu lässigen Varianten wie Chambray und Denim. Denim ist jedoch selbst für einen jungen, lässigen Mann zu grob für ein formelles Hemd.
Die Hemden von Brooks Brothers aus früheren Zeiten, die zwar traditionell geschnitten waren, gelten heute als etwas aus der Mode gekommen. Die heutige Version ist zwar immer noch etwas weiter geschnitten, aber nicht mehr so ​​weit wie ein Fallschirm. Schmale und superschmale Modelle wirken lässiger und moderner. Trotzdem sind sie nicht unbedingt für jedes Alter geeignet (oder jedem gefallend). Was Umschlagmanschetten angeht: Sie sind eleganter als Knopfmanschetten. Obwohl alle Hemden mit Umschlagmanschetten formelle Hemden sind, haben nicht alle formellen Hemden Umschlagmanschetten. Formelle Hemden haben natürlich immer lange Ärmel.
Kragen – Dies ist wohl das markanteste Merkmal eines Hemdes. Traditionelle Herren, insbesondere im College-Stil, bevorzugen meist (wenn nicht sogar ausschließlich) Hemden mit weich umgeschlagenen Kragenknöpfen. Dies trifft vor allem auf Männer in der akademischen Welt und an Eliteuniversitäten sowie auf ältere Herren zu. Viele junge Männer und avantgardistische Stilikonen tragen meist gerade Kragen oder Stehkragen und beschränken die Wahl zwischen Hemdkragen und Hemd mit Knöpfen auf legere Freizeitkleidung. Je breiter der Kragen, desto eleganter und stilvoller wirkt das Hemd. Zudem ist ein Hemd mit offenem Kragen ohne Krawatte umso weniger geeignet, je breiter der Kragen ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Hemdkragen immer mit einem Knopf getragen werden sollte; sonst macht es ja keinen Sinn.
Sie erinnern sich an die Bemerkung zum weißen Hemd in der Keynote-Rede, weil sie einleuchtend ist und sich bewähren wird. Modemagazine können nicht immer so sein. Viele der Inhalte, die man heutzutage darin findet, sind nicht unbedingt die beste Empfehlung für das Tragen eines angemessenen Hemdes im traditionellen Arbeitsumfeld … oder überhaupt außerhalb ihrer Seiten.


Veröffentlichungsdatum: 06.11.2021