Im Alltag hören wir ständig Begriffe wie Leinwandbindung, Köperbindung, Satinbindung, Jacquardbindung und so weiter. Doch viele sind danach ratlos. Was ist denn nun so besonders daran? Heute wollen wir uns mit den Eigenschaften und der Unterscheidung dieser drei Stoffarten befassen.
1. Leinwandbindung, Köperbindung und Satin beziehen sich auf die Struktur des Stoffes.
Die Bezeichnungen Leinwandbindung, Köperbindung und Satinbindung (Satin) beziehen sich auf die Struktur des Stoffes. Rein strukturell betrachtet sind die drei Bindungsarten weder gut noch schlecht, sondern weisen aufgrund ihrer unterschiedlichen Struktur jeweils eigene Charakteristika auf.
(1) Einfacher Stoff
Es handelt sich um einen Oberbegriff für Baumwollgewebe in Leinwandbindung verschiedener Ausführungen. Dazu gehören Leinwandbindung und variable Leinwandbindung sowie diverse Baumwollgewebe in Leinwandbindung mit unterschiedlichen Spezifikationen und Stilen. Beispiele hierfür sind: grobe, mittlere und feine Leinwandbindung, Gaze-Popeline, Halbfaden-Popeline, Vollfaden-Popeline, Hanfgarn-Popeline und angeraute Leinwandbindung. Insgesamt gibt es 65 verschiedene Arten.
Die Kett- und Schussfäden sind abwechselnd miteinander verkreuzt. Der Stoff fühlt sich fest und rau an, die Oberfläche ist glatt. Hochwertige Stickereistoffe werden üblicherweise in Leinwandbindung hergestellt.
Leinwandbindungsstoffe zeichnen sich durch viele Verflechtungspunkte, eine feste Struktur, eine glatte Oberfläche und ein identisches Erscheinungsbild auf Vorder- und Rückseite aus. Sie sind leichter, dünner und atmungsaktiver. Die Struktur der Leinwandbindung bedingt ihre geringere Dichte. Im Allgemeinen sind Leinwandbindungsstoffe relativ günstig. Es gibt jedoch auch teurere Varianten, wie beispielsweise hochwertige Stickereistoffe.
(2) Köpergewebe
Es handelt sich um einen Oberbegriff für Baumwollstoffe mit verschiedenen Köperbindungen, darunter Köperbindungen und Köperbindungsvarianten, sowie für diverse Baumwollköperstoffe mit unterschiedlichen Spezifikationen und Stilen. Beispiele hierfür sind: Garnköper, Garnserge, Halbserge, Garngabardine, Halbgabardine, Garnkhaki, Halb- und Vollkhaki, gebürsteter Köper usw., insgesamt 44 Arten.
Bei Köpergewebe sind Kette und Schuss mindestens alle zwei Fäden miteinander verwebt, also im Verhältnis 2:1 oder 3:1. Das Hinzufügen weiterer Verwebungspunkte zur Veränderung der Gewebestruktur wird als Köpergewebe bezeichnet. Charakteristisch für diese Stoffart ist ihre relative Dicke und ausgeprägte dreidimensionale Struktur. Die Fadenzahl beträgt beispielsweise 40, 60 usw.
(3) Satinstoff
Es handelt sich um einen Oberbegriff für verschiedene Ausführungen von Baumwollsatin. Dazu gehören verschiedene Satinbindungen und -arten sowie unterschiedliche Spezifikationen und Stile von Satinbindungen.
Kette und Schuss sind mindestens alle drei Fäden miteinander verwebt. Unter den Stoffen ist die Dichte am höchsten und die Dicke am größten. Die Stoffoberfläche ist glatter, feiner und glänzender, allerdings sind die Herstellungskosten höher, weshalb der Preis vergleichsweise hoch ist.
Die Satinweberei ist ein relativ komplexer Prozess, bei dem nur ein Kett- oder Schussfaden die Oberfläche in Form von Flottierungen bedeckt. Die Kettfäden werden als Kettsatin, die Schussfäden als Schusssatin bezeichnet. Die längeren Flottierungen verleihen der Stoffoberfläche einen stärkeren Glanz und lassen sie das Licht besser reflektieren. Daher ist bei genauer Betrachtung von Baumwollsatin ein dezenter Glanz wahrnehmbar.
Wird für die langen, schwebenden Fäden ein Filamentgarn mit besserem Glanz verwendet, sind der Glanz des Stoffes und seine Lichtreflexion ausgeprägter. So hat beispielsweise Seidenjacquard einen seidig-glänzenden Effekt. Lange, schwebende Fäden in Satinbindung neigen zum Ausfransen, Fusseln oder zum Herausziehen von Fasern. Daher ist die Festigkeit dieser Stoffart geringer als die von Leinwand- und Köperbindung. Stoffe mit gleicher Garnstärke weisen eine höhere Dichte auf, sind dicker und daher auch teurer. Leinwandbindung, Köperbindung und Satinbindung sind die drei grundlegendsten Webarten. Es gibt keine generelle Unterscheidung zwischen gut und schlecht, aber in puncto Verarbeitung gilt Satin als der hochwertigste Baumwollstoff, während Köperbindung bei den meisten Familien beliebter ist.
Jacquardstoffe waren in Europa bereits vor Jahrhunderten beliebt und gelten heute als Klassiker für Könige und Adelige, die Würde und Eleganz verkörpern. Auch heute noch sind edle Muster und prächtige Stoffe der Trend in der gehobenen Heimtextilienbranche. Beim Weben von Jacquardstoffen verändern sich Kett- und Schussfäden, wodurch ein Muster entsteht. Die Garnfeinheit ist hoch, und die Anforderungen an die Rohstoffe sind extrem streng. Die Kett- und Schussfäden des Jacquardstoffs verweben sich und erzeugen so vielfältige Muster. Der Stoff ist weich, zart und glatt, mit gutem Fall, Atmungsaktivität und hoher Farbechtheit.
Veröffentlichungsdatum: 09.12.2022